Ehemalige Zeltstationen

2018

Triff deinen Nachbarn

Einander Begegnen - miteinander reden - voneinander lernen! Das war das Ziel, mit dem Menschen aus den Vierteln um die Bockenheimer Warte zusammen mit dem Zentrum für Islamische Studien der Universität Frankfurt am 20.-24. Juni ein Zelt neben der Bockenheimer Warte aufbauten. Dieses Zelt verwandelte sich von einer Schulklasse in einen Hörsaal, vom Diskussionspodium zum Theatersaal und von dort zu einem Andachtsraum. Am Freitagnachmittag schallte ein Muezzinruf über die Wiese und am Freitagabend würden die Schabbatkerzen angezündet. Am Samstag sangen Christ*innen in einem ökumenischen Gottesdienst Taizelieder während viele neugierige muslimische, buddhistische und jüdische Menschen zuhörten. Am Sonntagmittag beschloß das Zelt seine bunten Begegnungen mit einem Friedensgebet der Religionen im Vielklang der Traditionen. Nur einmal mussten die Besucher*innen aus praktischen Gründen das Zelt verlassen, und wurden prompt für ihre Flexibilität belohnt. Eine Gruppe iranischer und israelischer Musiker*innen begegnete sich in Frankfurt, um gemeinsame Traditionen neu zu entdecken. Was die einen faszinierte, löste bei den anderen Kindheitserinnerungen aus und so fanden für einen Abend zwei Kulturen Frieden, wo zwei Länder seit Jahren unter einem nicht endenwollenden Konflikt leiden. 

Zelt 2018 Abrahamisches Team mit Schulkl

Zelt 2018 Abrahamisches Team mit Schulklasse

2019

Die Welt an der Warte

 

Noch bunter, noch weiter, noch offener! So sollte das Dialogzelt beim zweiten Mal vom 13.-17.Juni werden, denn inzwischen hatten sich über die Viertel um die Bockenheimer Warte hinaus auch stadtübergreifende Dialoginitiativen wie der Rat der Religionen, der Internationale Konvent Rhein-Main und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Frankfurt dem Dialogzelt angeschlossen. Dazu passte auch, dass das Dialogzelt nun eine neue Gestalt bekam, aus einem weißen Bierzelt wurde ein buntes Zirkuszelt. Die Welt wurde an die Bockenheimer Warte eingeladen. Das Programm galt für Groß und Klein. Bürgermeister Becker eröffnete das Zelt mit dem Sternenhimmel und die Frankfurter Eintracht und der jüdische Fußballclub Makkabi waren genauso präsent wie eine Puppenspielerin, interreligiöse Musikgruppen, indonesische Tänzer*innen und ein bosnischer Mädchenchor. Eltern und Kinder frühstückten bei einer Interkulturellen Märchenstunde. Überhaupt bot das Zelt in diesem Jahr eine Mischung aus Kulinarischem, Intellektuellem und Spirituellem. Die Religionsgemeinschaften um die Bockenheimer Warte präsentierten sich der Welt und die Welt präsentierte sich den Frankfurtern, die Lust hatten, über ihren Tellerrand hinauszuschauen. 

Podiumsdiskussion mit Makkabi und Frankfurter Eintracht 

2020/21

Das Zelt und der Virus: Zu Gast zu Hause!

 

Menschen, die sich begegnen. Das ist das Prinzip des Dialogzeltes. Begegnungen und Corona - das scheint sich auszuschließen. Die Träger der Projektinitiative Dialogzelt wollen sich nicht von Covid-19 einschüchtern lassen. Im Jahr 2 der Pandemie, auf dem Weg zum Ökumenischen Kirchentag 2021, vier Tage vor dem Ramadanfest haben sie sich dazu entschieden, zum dritten Mal ein Dialogzelt zu öffnen und digitale Begegnungen zu wagen: Sie wollen zoomen, streamen und in Filmen zeigen, was sie sonst im direkten Gespräch getan hätten. Den interreligiösen Willkommensdrink müssen sich die Besucher*innen der Veranstaltungen zwar selbst mischen, aber dafür kann sich die Menge der Veranstaltungen, die in diesem Jahr im digitalen Dialogzelt geboten wird, sehen lassen. Denn die Zahl der Mitglieder der Projektinitiative ist gewachsen und damit auch das Angebot. Das digitale Format wird es den Veranstalter*innen ermöglichen, Menschen aus dem Ausland z.B. aus London oder Sarajewo zuzuschalten. Die Zuschauer*innen werden an Orte führen, die sie noch nie gesehen haben und können dabei mit interessanten Menschen ins Gespräch kommen, denen sie sonst niemals begegnet wären. Niemand wird fragen, wer was warum tut. Hier zählt nur die Neugierde aufeinander und der Respekt füreinander. 

Und im nächsten Jahr sehen wir uns dann hoffentlich wieder – an der Bockenheimer Warte!